Sonntag, 22. Februar 2015

Rasante Wechsel, tolle Bilder

Das ist wirklich spannend hier draussen am Meer. Vorhin stieg ich kurz aus, es leuchtete nämlich wieder. Schnell ein paar Fotos schiessen, und wieder ab ins Auto. Der nächste Schneeschauer geht nieder. Das wechselt extrem schnell.

Die Lichter sind jetzt stärker. Die Bilder sind, trotz Bearbeitung, sehr wirklichkeitsnah. Auch die Spiegelung der Lichter im Meer ist real. Ich bin einmal mehr total fasziniert von diesem Anblick.

Das Bilderbuch der Reise findet ihr hier.  

Canon EOS 6D; 24mm f/2.8 IS USM; 10 Sek.; f/2.8; ISO 800

Canon EOS 6D; 24mm f/2.8 IS USM; 6 Sek.; f/2.8; ISO 800

Samstag, 21. Februar 2015

Unglaubliche Verhältnisse herrschen

Nach 21.00 Uhr: Check des Wolken- und des Niederschlagsradars. Beide überzeugen mich, mein Material zu packen und ans Meer Richtung Laukvik zu fahren. Und was passiert unterwegs? Ich fahre fast die ganze Strecke in starkem Schneegestöber. Hätte ich nicht relativ starke Nerven, ich würde die Krise kriegen.

Umkehren ist keine Option. Durchhaltevermögen zahlt sich aus. Ich komme am Meer vorne an. Halte, und warte. Der Schnee stiebt waagrecht über das Gelände. Das darf doch nicht wahr sein. Urplötzlich hört es auf. Ich schaue aus dem Autofenster. Ist das dort über dem Meer eine helle Wolke? Komische Form hat die, denke ich. Das Kameraauge sieht mehr als das menschliche Auge. Ich halte auf die Wolke und sie entpuppt sich als Nordlicht. Wahnsinn. Vor nicht mal fünf Minuten sah ich vor lauter Schneeflocken nichts. Und jetzt das. Während 1 1/2 Stunden knipse ich Nordlichter. Die relativ schwach, aber doch sichtbar sind. Dann zieht es wieder zu. Aktuell schneit es wieder waagrecht und das Auto rüttelt im starken Wind. Es ist 23.51 Uhr. Ich warte mal ab. Vielleicht macht es nochmals auf? Die Zeit nutze ich und bearbeite auf dem Rücksitz des Autos die Fotos und schreibe den Blog :-).

Auf jeden Fall habe ich heute mehr erreicht, als ich mir ausgemalt habe. Ich freue mich. Die Pause war lang. Für Sonntagnacht sind die Voraussagen gut. Fast klar, kalt, hohe Auroraaktivität. Ich werde in Harstad sein. Und mir rechtzeitig einen Standort suchen. Ob es der sein wird, den ich mir daheim ausgesucht habe? 


Das Bilderbuch der Reise findet ihr hier.  


Zwischen zwei Schneestürmen hat es geleuchtet!

Die Weigerung und die Veränderung

Das Wetter verweigert sich aktuell einer Besserung. Immerhin ist es weniger nass als die letzten Tage. Es graut mir aber nach wie vor, wenn ich aus dem Fenster schaue.

So habe ich es bis jetzt vermieden, einen Schritt vor die Tür zu setzen. Dafür habe ich ein Projekt abgeschlossen, welches seit langer, langer Zeit auf der Pendenzenliste stand. Nämlich ein Fotobuch zu machen. Die bildhafte Dokumentation der Wanderung von Bülach ins Lötschental. Die von 2011 bis 2014 in diversen Etappen stattgefunden hat. Die grosse Wanderung war das Abschiedsgeschenk des Vorstands des ZKS (Zürcher Kantonalverband für Sport) an seinen ehemaligen Geschäftsführer. Ich hatte das Vergnügen, diese Wanderung zu planen und durchzuführen. Die vielen schönen Fotos in gebundener Form sind sicher eine schöne Erinnerung! 

Einmal mehr: Schlechtes Wetter hat auch Vorteile - man kann dann wichtige Sachen erledigen :-). Wann habe ich daheim schon 6 Stunden Zeit, um ungestört an einem solchen Projekt zu basteln?

Das Bilderbuch der Reise findet ihr hier.  

Wetterzustand heute Samstag um 16.45 Uhr

Freitag, 20. Februar 2015

Hoffnung keimt (feucht genug ist es ja, damit es keimt)

Kann das sein? Der Wetterbericht lässt Hoffnung aufkommen. Aber der Reihe nach. Soeben habe ich einen aufgezeichneten Tatort Krimi geschaut und will so langsam ins Bett. Draussen windet und regnet es. Nichts Neues also. Ich prüfe kurz die Livecam in Abisko. Polarlichter am bewölkten Himmel hat es dort. Da freuen sich die Touristen garantiert. Ich mag es ihnen gönnen. Gemäss Auroravorhersage der Uni Alaska sei es heute Nacht ruhig. Die Realität sieht anders aus.

Seit zwei, drei Tagen meint der Wetterbericht, es klare am Sonntag ein wenig auf. Vor allem in der Gegend von Harstad. Dorthin fahre ich am Sonntag zurück. Und hier? Da soll das Wetter tatsächlich auch langsam besser werden. Morgen Samstag überwiegen die trockenen Phasen. Aber mit viel Bewölkung bis ungefähr Mitternacht. Ab Mitternacht gibt es, je nach Standort, die Chance auf einen klaren Himmel! Unglaublich, ich kann es fast nicht glauben. Ok, der Status ist gelb (= noch nicht ganz sicher), grün (= ganz sicher) wäre mir lieber. Nach den vielen Regentagen bin ich sogar mit Status gelb zufrieden. Vor allem sieht es an meinen favorisierten Standorten in Laukvik und Gimsøya gleich gut aus. Leute, das könnte eine lange Nacht werden von Samstag auf Sonntag. Die Auroravorhersage meint zwar, es bleibe ruhig. Wie ich heute sehe, und auch schon erlebt habe, ist diese Vorhersage sehr relativ.

Und mit dem Wetterbericht für Harstad, für die Nacht von Sonntag auf Montag, sind die Vorhersagen sehr ähnlich. Riecht gleich nochmals nach einer Nachtaktion. Da bricht schon fast Hektik aus. Die Spannung steigt. Die Vorhersager meinen alle, für diese Nacht sei die Aktivität hoch. Daumen drücken hilft sicher :-).

Das Bilderbuch der Reise findet ihr hier.  



Strichwetter auf den Lofoten

Inselfreunde kennen dieses Phänomen. Das berühmte Lofoten Strichwetter. Damit sind nicht die Bindfäden aus Regen gemeint, die wie Striche in der Landschaft hängen. Nein, das ist die tiefliegende Wolkendecke, die rund 100 m über Grund hängt, wie ein Deckel wirkt und je nach dem durchaus bedrückend sein kann. 

Strichwetter - typisch für die Lofoten
Das Wetter ist stabil schlecht bis miserabel. Heute war es insofern abwechslungreich, weil ich zwischen strömendem Regen in grossen Mengen und Schneegestöber wählen konnte. Na ja. Etwas mehr Auswahl wäre schon nicht übel. Auf der anderen Seite hilft dieses Wetter ganz klar beim Entspannen in den Ferien. Es wäre ja ein unheimlicher Stress, wenn ich bei schönstem Wetter draussen sein müsste und fotografieren könnte ;-). Sogar im nassen Wetter gibt es nette Gelegenheiten - so die Porträtaufnahme des Blogautors. Ihr seht: ich trage das nasse Wetter mit Fassung. Dafür komme ich dazu, aufgezeichnete Filme anzuschauen. Richtig gemütlich im Heimkino auf dem Sofa. Langweilig wird es mir nicht. 

Das Bilderbuch der Reise findet ihr hier.  


Der Blogautor - ausserhalb des Autos im Regen

Donnerstag, 19. Februar 2015

Vom Meer auf den Tisch

Im Coop kaufe ich gut 240 Gramm fangfrischen Dorsch für NOK 17.08 - das sind umgerechnet Fr. 2.10. Das heisst, das Kilo kostet keine Fr. 10.00. Da frage ich mich, wieviel die Fischer hier verdienen. Der Trockenfisch dagegen gehe für bis zu € 25.00 pro Kilo über den Tisch.

Heute bin ich durch die beiden Fischereibetriebe in meiner unmittelbaren Nachbarschaft gegangen. Der eine Betrieb betreibt Grossfischerei. Ein Netz wiegt rund 3 Tonnen und muss riesig sein. Mit einem Kran wird es in die Waschmaschine mit der Riesentrommel gehievt. Es riecht ziemlich deftig. Am Kai liegt das grosse Fangschiff. Das, wenn ich mich recht erinnere, vor 3 Tagen das letzte Mal hier war. Vermutlich sind sie so lange draussen auf dem Meer. Jetzt werden nagelneue Netze geladen. Es wird wohl bald wieder ablegen. Der Fisch wird über grosse Röhren an Land gebracht. So etwas wie ein Megastaubsauger. 

Dorschfang in der Industrievariante
100 m von meinem Haus entfernt, steht "L. Bergs Sønner". Ein Betrieb, bei dem die Fischer mit den typischen kleinen Fischerbooten vorfahren. 2 Mann Besatzung sind die Regel (der Kapitän und eine Hilfskraft). Die Boote sind im Vergleich zum grossen Fangschiff Nussschalen. Das muss ein unglaublich harter Job sein. Auf dem rauhen Meer, in eisiger Kälte, mit dem kalten Wasser und in der Dunkelheit zu arbeiten.

Der Fisch wird in grossen Kanistern, bereits geköpft und ausgenommen, angelandet und gleich in die Weiterverarbeitung gebracht. Die Fischer stehen in der Halle drin, diskutieren und schauen zu, bis ihr Fang in den richtigen Händen ist. Sehenswert ist nur schon die Ausrüstung, die sie tragen. So dicke Stiefel habe ich noch nie gesehen. Fotos machte ich übrigens keine. Ich bin da eher zurückhaltend. Auf Youtube ist dieses Video aus genau diesem Betrieb zu finden.

Hier die traditionelle Variante mit Kleinbooten
Händler gehen ein uns aus und Teile der Ladung werden gleich weiterverkauft und abtransportiert. Wenn ich all die vielen Betriebe hier auf den Lofoten zusammenzähle, werden pro Tag Unmengen von Dorsch verarbeitet. Immerhin soll der Fischfang relativ nachhaltig sein. Die EU gibt die Fangquoten auf Basis der vorhandenen Bestände vor.

Ich für meinen Teil kaufte heute, wie eingangs erwähnt, frischen Dorsch. Ein Teil des Fangs wird getrocknet und zum berühmten Trockenfisch verarbeitet. Diese Tradition lebt. Heute wird fleissig an den Gestellen gearbeitet. Da gibt es die bekannten, giebelartigen, Modelle. Dazu die Variante Hopfengestell, da hängt der Himmel waagrecht voller Fisch. Aktuell sind diverse Trocknungsstadien zu bestaunen. Vom fast noch frischen Fisch bis zum bereits relativ gut getrockneten Modell hat man die Auswahl. 

Bescheiden ...

... ist die Beschreibung für das heutige Wetter. Grau, verhangen, aber trocken, mit 5 Grad ziemlich warm. Als Akt der Selbstverteidigung besuche ich ein Sportgeschäft und kaufe mir Grip für unter die Schuhe. Es ist wieder so was von eisig - die Gegend hier vergletschert. Welch ein Gefühl. Ich kann mich normal schnell bewegen, muss nicht dauernd gegen den Absturz kämpfen und oh Wunder, ich komme sogar wieder voran. Die Einheimischen sind häufig mit den Eisen unterwegs. Die Touristen erkennt man an den unsicheren, rudernden Bewegungen.

Grip ist wichtig hier oben
Gut ausgerüstet fahre ich kurz nach Kabelvåg. Dem Nachbarort. Einer dieser typischen kleinen Orte hier auf den Lofoten. Draussen im Hafen lässt ein Norweger seine Drohne steigen. Ich spreche ihn an um zu fragen, was er damit vor hat. Das Teil ist klein und sehr wendig. Er lässt damit seine GoPro-Kamera in die Luft gehen um Videos zu machen. Heute macht er Testflüge, da die Drohne offenbar immer schräger geflogen ist. Jetzt "steht" sie aber wieder ziemlich waagrecht in der Luft wie ich bei einem Auge zu Auge Check feststellen kann.

Und dann habe ich die spontane Idee, mich heute um den Dorsch zu kümmern. So vom Fang bis auf den Teller. Denn für Landschaftsaufnahmen ist das Wetter einfach zu grau. 

Das Bilderbuch der Reise findet ihr hier.  


Schau mir in die Augen, Kleines :-)