Samstag, 21. Februar 2015

Unglaubliche Verhältnisse herrschen

Nach 21.00 Uhr: Check des Wolken- und des Niederschlagsradars. Beide überzeugen mich, mein Material zu packen und ans Meer Richtung Laukvik zu fahren. Und was passiert unterwegs? Ich fahre fast die ganze Strecke in starkem Schneegestöber. Hätte ich nicht relativ starke Nerven, ich würde die Krise kriegen.

Umkehren ist keine Option. Durchhaltevermögen zahlt sich aus. Ich komme am Meer vorne an. Halte, und warte. Der Schnee stiebt waagrecht über das Gelände. Das darf doch nicht wahr sein. Urplötzlich hört es auf. Ich schaue aus dem Autofenster. Ist das dort über dem Meer eine helle Wolke? Komische Form hat die, denke ich. Das Kameraauge sieht mehr als das menschliche Auge. Ich halte auf die Wolke und sie entpuppt sich als Nordlicht. Wahnsinn. Vor nicht mal fünf Minuten sah ich vor lauter Schneeflocken nichts. Und jetzt das. Während 1 1/2 Stunden knipse ich Nordlichter. Die relativ schwach, aber doch sichtbar sind. Dann zieht es wieder zu. Aktuell schneit es wieder waagrecht und das Auto rüttelt im starken Wind. Es ist 23.51 Uhr. Ich warte mal ab. Vielleicht macht es nochmals auf? Die Zeit nutze ich und bearbeite auf dem Rücksitz des Autos die Fotos und schreibe den Blog :-).

Auf jeden Fall habe ich heute mehr erreicht, als ich mir ausgemalt habe. Ich freue mich. Die Pause war lang. Für Sonntagnacht sind die Voraussagen gut. Fast klar, kalt, hohe Auroraaktivität. Ich werde in Harstad sein. Und mir rechtzeitig einen Standort suchen. Ob es der sein wird, den ich mir daheim ausgesucht habe? 


Das Bilderbuch der Reise findet ihr hier.  


Zwischen zwei Schneestürmen hat es geleuchtet!