Montag, 23. Februar 2015

Faszination - wieso?

Was macht sie aus, die Faszination für den Norden und für die Polarlichter? Schwer zu sagen. Generell zieht mich der Norden seit immer schon an. Die Landschaften, das Licht, die Natur, die Leute. Das passt einfach zusammen.

Die Polarlichter? Die haben mich bereits gepackt, als ich sie erst auf Fotos gesehen hatte. Diese Farben und Formen. Etwas, das es bei uns unten nicht gibt. So habe ich dieses Phänomen in Natura sehen wollen. Plus fotografieren wollte ich es auch. Die erste gezielte Polarlichtreise startete 2013 auf die Lofoten. Mit Gabi und unseren Freunden Trudy und Jürg. Theoretisch hätten wir bereits etwas früher, auf unserer Hundeschlittentour 2012 in Nordschweden, die Chance auf eine Polarlichtsichtung gehabt. Dannzumal blieb es dunkel. Auf den Lofoten, auch in Svolvær, klappte es erstmals. Sie waren schön, sie machten Eindruck, die Lichter. Aber eines war klar: sie können stärker sein. Wie wir während unserer mehrmonatigen Reise durch Norwegen und Schweden im Sommer 2013 feststellen durften. Was wir in Abisko und Gällivare sahen, war extrem eindrücklich. Diese Vielfalt, das Pulsieren. Herrlich. Seit dem hat es mich erst recht gepackt. 

Und dieses Mal? Da hatte ich zwei Mal Glück. 20 % Ausbeute aus 10 Nächten. Nicht übel. Das entspricht dem Schnitt. Auf diesen Schnitt kommt man, wenn man die Statistiken von Leuten anschaut, die über ihre Polarlichtreisen auf Webseiten berichten. Häufig sind das Fotografen. Der Durchschnitt ist relativ tief. Denn es braucht für schöne Sichtungen einen mehr oder weniger klaren Himmel. Was halt nicht immer der Fall ist. Ideal wäre es, man könnte gezielt auf Schönwetterfenster hin anreisen. Aber eben. Der Alltag steckt einem da ein enges Umfeld. 

Noch ein Wort zu den im vorherigen Blogeintrag angesprochenen Japanern: Die haben es auf die Titelseite der Lokalzeitung geschafft. Inklusive einem zweiseitigen Bericht im Blatt. 223 Japaner kamen am Freitag hier oben an. Die SAS hat eigens einen Flug von Kopenhagen nach Evenes umgeleitet deswegen. Das Ziel der Reise? Einzig und allein Polarlichter. Japaner und Chinesen seien eine neue Zielgruppe. Ich glaube, nach langen Jahren haben die Norweger jetzt das Geschäft entdeckt. Zu Beginn wurden sie von den Europäern überrascht, die plötzlich in grosser Zahl für die Polarlichter anreisten. Haben sie die Lichter ja immer und finden sie durchaus normal. Dumm nur, geht der Zyklus der überaus aktiven Lichter bald einmal zu Ende. Dann herrscht wieder Normalzustand. Das heisst, es wird immer Polarlichter geben, einfach weniger und weniger aktive. 

So, jetzt packe ich zusammen und fahre zum Flughafen. Um 10.40 Uhr hebt mein Flieger ab. Update: das war der Plan, aktuell hat er sicher mal 50 Minuten Verspätung. Das Wetter im Süden sei sehr schlecht. Zum Glück habe ich genug Zeit für den Wechsel in Oslo eingeplant. So müsste das klappen. Nicht so wie letztes Jahr mit der Odyssee von Kiruna nach Hause.

Oslo ist die erste Station bevor es am späteren Nachmittag nach Kloten geht. Das Wetter ist gut. Fast klarer Himmel herrscht. Aber für den Nachmittag sind bereits die nächsten Wolken angekündigt. Schaue ich den Wetterbericht für die nächsten Tage an, stehen die Chancen wieder etwa bei 10 bis 20 %. Das passt.