Heute ist eine Gruppe älterer Schweizer angekommen. Dem Ton nach Berner (Oberländer, Grindelwald). Und man glaubt es kaum, die sitzen im grossen Speiseplan direkt hinter mir. Ist lustig so zuzuhören.
Morgen gehen sie mit ihren Tourenskis (ja, nicht Fjällski) los. Nach einer Woche kommen sie in Nikkaluokta, ca. 140 km südlich von Abisko, wieder aus dem Nationalpark raus. Die längste Etappe sei ca. 30km lang. In der Zwischenzeit besteigen sie einige Berge. Sie seien seit mehreren Jahren immer im März hier und einfach begeistert. Vor allem die Weite der Landschaft sei einmalig. Was ich bestätigen kann. Sie sind ganz überrascht, einen Schweizer gefunden zu haben. Ich fragte nach, was ihre Pläne seien. Sie freuten sich, als ich von den 30cm wunderbar neuem Pulverschnee erzählte. Der notabene nach dem Sturm fiel. Also noch da ist :-).
Dann bedient heute eine neue Mannschaft. Ich glaubte meinen Augen kaum. Dabei ist die ehemalige Hüttenwartin der Låktatjåkkastugan Hütte. Der höchstgelegenen Hütte Schwedens. Wo wir im September waren! Nach einem kurzen Austausch hat sie sich wieder an Gabi und mich erinnert. Winterthur war das Stichwort. Sie arbeitet jetzt hier in der Turiststation. Ihr Vertrag auf der Hütte wurde leider nicht verlängert. Sie ist enttäuscht. Das Management in Björkliden sei seit zwei, drei Jahren nicht so toll. Schon ihr Grossvater ist Hüttenwart in der Låktatjåkkastugan gewesen. Sie hofft, die Familientradition bald wieder fortführen zu können. Sie denkt daran, nach der Wintersaison drei Monate Ferien zu machen. Ich konnte ihr sagen, dass das eine 1a-Idee sei. Sie schickt die besten Grüsse an Gabi nach Winti ;-).
Ja. Und dann noch dies: die Zugstrecke ist seit Freitag unterbrochen. Bei Kiruna vorne sei ein Erzzug entgleist. Sie seien immer noch am Aufräumen. Die Fahrleitung sei kaputt und die Geleise offenbar auch. Mehr weiss ich nicht.
Auffällig ist die Menge an Militär hier. Sie üben jeweils im Winter hier draussen im Nationalpark. Die Schweizer, siehe oben, waren mal hier, als eine vereinte Übung von Militär und Polizei stattfand. Das sei mühsam gewesen. Die ganze Woche Helilärm. Dazu noch Schneemobile. Willkommen in der stillen Natur kann ich da nur sagen.
Jetzt packe ich für eine kalte, lange Nacht. Und rücke dann gelegentlich mal aus. Der Himmel ist ziemlich hell. Ich hoffe schwer, es tue sich was diese Nacht. Ich werde aufbleiben. Das habe ich mir geschworen. Und ein Plätzchen suchen, wo ich nicht zur Eisstatue werde. Die kleine Hütte werde ich wohl auch besuchen. Und dann mal schauen, ob es klappt. Quasi auf dem allerletzte Drücker.