Samstag, 15. März 2014

Aurora Ursealis

Aurora Borealis - oder Polarlicht. Aurora Ursealis - oder Urslicht. Heute gab es mangels klarem Himmel die Variante 2. Das Wetter ist anhaltend schlecht. Der Sturm wütet weiter und der Schnee wirbelt herum. Nicht gerade die idealen Bedingungen für den Fotokurs am Freitagabend.

Ich stehe in der Gruppe und denke, ich bin im falschen Film. Touristenfalle pur. Bis mein Natel läutet und die Reception dran ist. Wo ich denn sei? Die Leute vom Fotokurs, schlussendlich 3 Personen mit mir, seien am Warten. Tja. Künstlerpech. Da war eine andere Gruppe zur selben Zeit am selben Ort. Ich latsche denen nach. Und bin prompt falsch. 

Wir steigen ins Auto. Gen Abisko. Oben wartet ein Schneemobil mit Anhänger für Passagiere. Den warmen Overall haben wir mitgenommen. Die Leiterin meint, in Richtung Kiruna, wo sie herkommt, sei das Wetter besser und der Himmel eventuell teilweise offen. 3 x darf geraten werden, was die anderen 2 Gäste wollten. Polarlichter oder beleuchtetes Tipi mit Holzfeuer fotografieren. Genau. Wir sitzen also wieder ins Auto und machen uns auf die Suche nach einem hellen Loch in der Wolkensuppe. Ohne Erfolg. Am Ende sind wir 4 Stunden draussen. Der Wind pfeift. Es bläst so stark, dass es mir einmal das Stativ umhaut. Zum Glück ohne Folgen. Wir kämpfen mit dem Wind und machen uns mit unseren Kameras vertraut. Was will man auch sonst machen? 

Dabei ist eine Engländerin. Die muss heute Morgen um 04.00 Uhr losfahren weil sie heim muss. Sie ist seit Mittwoch hier. Und hatte, ich kam ja am Donnerstag, nur schlechtes Wetter. Ein Mann aus Südschweden kam gestern und geht heute. Null Sicht gehabt. Ich habe zumindest noch 2 Nächte, in denen es eventuell vielleicht mal klar sein könnte. 

Um viertel nach zwölf beenden wir die Übung. Es wird doch langsam kalt und kälter. Wir fahren gen Abisko. Plötzlich bremst die Leiterin. Ein junger Elch verwechselt die Strasse (E10) mit seiner Trainingspiste. Wir fahren ihm über Hunderte von Metern langsam nach. Stoppen und hoffen, er verlasse die Strasse. Probiert er auch. Bis er merkt, dass es nebenan strenger ist wegen dem Schnee. Drum hüpft er wieder auf die Strasse. Zu guter Letzt treibt ihn ein entgegenkommendes Auto in die Flucht.

Wohlbehalten kommen wir in der Turiststation an. Ich geniesse eine heisse Schoggi, tippe den Blogeintrag und bin langsam aber sicher bettreif. 

Fazit: der Fotokurs ist nicht für nichts gewesen. Ich erhielt von der Profifotografin 2 Tipps die wertvoll sind. Immerhin das. Und ich weiss jetzt, dass meine Kamikschuhe wirklich schön warm geben. Zusätzlich habe ich 2 heisse Plätze für Polarlichtaufnahmen. Nur Kerzen muss ich noch kaufen. Damit ich eine Hütte illuminieren kann. Die wäre dann das Zugemüse für das Polarlichtbild. 
Aurora Ursealis in rot - mit Langzeitbelichtung kein Problem, abdrücken, nach vorne spazieren, Stirnlampe bewegen und fertig


Aurora Ursealis in weiss